Ein Scheidungsanwalt gesucht
Kurt hatte sich schon lange von seiner Familie zurückgezogen und lebte nur noch für seine Arbeit. Obwohl er schon über zwanzig Jahre verheiratet war, hatt er nie so etwas wie ein Familienleben erlebt, denn er war schon immer ein Einzelgänger und ging nur in seiner Arbeit auf, in die er sehr viel Ergeiz einbrachte. Er war so ein Mensch, der es sich selbst kaum immer recht machen konnte, geschweige denn, dass andere Menschen ihm etwas richtig machen konnte. Er hatte sehr hohe Ansprüche an sich und auch an andere Menschen, mit denen er beruflich zu tun hatte. Das er sich scheiden lassen wollte, stand schon lange fest und war in der Familie auch kein Geheimnis mehr. Man lebte eh nur noch so nebenbei jeder für sich, sein eigenes Leben.
Die Suche nach einen guten Scheidungsanwalt war daher auch nicht so einfach. Am liebsten hätte Kurt sich selbst verteidigt, aber das ging ja nicht. So schaute er in verschiedene Brangenbücher nach einem etablierten Scheidungsanwalt. Eintragungen von sich selbst lobenden Anwälten gab es genug, aber so richtig konnte Kurt kein Anwalt überzeugen und er wollte sich auch ein persönliches Bild von dem Anwalt machen, der ihm bei seiner Scheidung vertreten sollte. So rief er einfach den ersten Anwalt an, der im Brangenbuch stand und wollte ein Termin machen, denn er war nicht nur Anspruchsvoll, sondern auch sehr zügig, wenn er denn etwas endlich wirklich wollte. Beim ersten Anwaltsgespräch würde er sowieso noch nicht alles auf den Tisch packen, weil er persönliche Probleme als Schwäche ansah und diese Schwäche nicht gleich in aller Ausführlichkeit offen legte.
Nach ca. acht Anrufen in verschiedenen Anwaltskanzleien, die sich auf das Scheidungsrecht spezialisiert hatten, konnte er drei Termine für ein persönliches Gespräch mit dem jeweiligen Scheidungsanwalt ausmachen und der erste Termin war schon heute Nachmittag.
Kurt ging jetzt in sein eigenes Büro und wollte sich verschiedene Stichpunkte machen, die er dann mit dem Anwalt besprechen wollte. Er war ja nicht unvermögend und so würde es sicherlich einen großen Streit um das Vermögen und eventuelle Vermögensrechte geben.
Nicht das Kurt sein ganzes Geld, die Immobilien und Wertpapiere für sich allein behalten wollte, aber übervorteilen lassen wollte er sich auch nicht.
Außer den Wertsachen würde es wohl bei der Scheidung keine größeren Diskrepanzen geben. Kurt war Geld und Luxus schon immer wichtig und so hatte er sein Leben auch eingerichtet.
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