Der Hoteldieb





Gibt es hier einen Hoteldieb?

In einem kleinen, eher unscheinbarem Hotel, das als Familienpension geführt wurde, kam es in den letzten Wochen immer wieder zu kleinen Vorfällen. Mal verschwand eine wertvolle Uhr, mal war ein Portemonnaie verschwunden, aber auch in der Hotelküche waren irgendwie Lebensmittel verschwunden, die am Vortag erst eingekauft wurden.
Niemand konnte es sich erklären, zumal sie eher wenig Buchungen in ihrer Pension hatten und es Stammgäste waren, denen sie auch vollends vertrauten. Bisher konnte man die Angelegenheit noch vertuschen. Niemand aus dem Familienbetrieb wollte ja auch ein großes Aufsehen, was die wenigen Gäste vielleicht noch mehr verschreckt hätte. Viele Gespräche, die man deswegen schon geführt hatte, brachten aber keine Ergebnisse, zu mal jeder eine andere Vorstellung davon hatte, was man machen sollte. Einer wollte gleich die Polizei einschalten, ein anderes Familienmitglied wollte sich selbst auf die Lauer legen, um den Hoteldieb auf frischer Tat zu stellen und das Familienoberhaupt wollte sogar freiwillig Schadenersatz leisten, damit nicht mehr darüber gesprochen wurde und die Gäste nichts erzählten.

Wie der Zufall so kommen sollte, kündigte sich heute ein neuer Gast an, der für ein paar Tage im Hotel übernachten wollte. Er kam am Nachmittag und war gekleidet wie jemand, den man aus dem Fernsehen als Privatdetektiv ansehen würde. Etwas belustigt über den Aufzug wurde ihm aber aber von dem Sohn sein Zimmer gezeigt, der dann noch eine Weile an der Tür stehen blieb und den neuen Gast beobachtete. Merkwürdige Dinge holte dieser aus seinen Koffer, die im ersten Augenblick wirklich nach den Utensilien eines Detektivs aussahen. Kopfschüttelnd ging er dann aber doch nach unten und erzählte von seinen Beobachtungen.
Schnell war man sich einig, den neuen Gast zu fragen, ob er wirklich ein Privatdetektiv sei und hier im Hotel mach den Rechten schauen könne, um den Hoteldieb zu überführen. Gesagt getan, wollte man ihm beim Essen ansprechen und fragen.

Zu aller Überraschung kam der vermeintliche Detektiv eine Stunde dem Essen mit einer kleinen Tasche zum Hotelbesitzer und übergab ihm die Gegenstände, die in den letzten Wochen im Hotel abhanden gekommen waren. Der Hotelchef schaute auf den vor ihm stehenden Mann und dann auf die Sachen, die mittlerweile auf dem Tisch vor ihm lagen.

Lächelnd nahm der Mann einen Ausweis aus der Jacke und reichte im den Hotelbesitzer. Dort stand was von Sicherheitsfirma drauf, die für die Hotelsicherungen zuständig waren.
In einem kurzen Gespräch erzählte der vermeintliche Sicherheitsexperte, dass er selbstständig Hotels überprüft, um Sicherheitsmängel in den Hotels zu überprüfen und sich als Sicherheitsberater zu empfehlen.
Erst war der Hotelchef verblüfft, aber dann kam die Rede auf einen möglichen Auftrag einer Hotelsicherung. Dies hörte seine Frau und griff zum Telefon. Dann gesellte sie sich nach dem Telefonat zu den beiden Männern und stellte hier und da mal eine Frage. Man hatte den Anschein, sie wollte das Gespräch in die Länge ziehen.

Ganz im Hintergrund konnte man nun auch die Polizeisirenen der herankommenden Polizeiautos hören, was das Ergebnis des Anrufs war.
Hier hatte der scheinbare Privatdetektiv, der sich als Sicherheitsexperte neue Aufträge erschleichen wollte, die Rechnung ohne die Wirtin gemacht.

Zu den Detekteigeschichten

Impressum : Datenschutz : Startseite : Recht : Geld und Wirtschaft : Autor werden